Aufgaben

In unserer von vielerlei Anforderungen und Nutzungen geprägten Kulturlandschaft unterliegen gerade die Gewässer vielfachen, unterschiedlichen Nutzungsansprüchen. Vor diesem Hintergrund hat der Unterhaltungsverband die Gewässer sind so zu bewirtschaften, dass sie dem Wohl der Allgemeinheit und im Einklang mit diesem auch dem Nutzen einzelner dienen. Neben den Nutzungsansprüchen des Menschen und der Funktion zur Abführung des Wassers sind die Gewässer aber auch als Bestandteil der natürlichen Umwelt als Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere zu berücksichtigen.

Vor diesem Hintergrund hat der Unterhaltungsverband Mittelaller die Gewässer so zu bewirtschaften, dass der ordnungsgemäße Abfluss im  Verbandsgebiet durch Unterhaltung der Verbandsgewässer gewährleistet ist und gleichzeitig die Lebensraumfunktion des Gewässers durch die naturschutzfachliche Pflege und Entwicklung erhalten und gefördert wird (gemäß § 61 NWG und § 39 WHG).

Damit sich diese beiden Ziele nicht ausschließen, wird der Umfang der Mäh- und Räumarbeiten kleinräumig und differenziert angepasst und unter Berücksichtigung gesetzlicher Rahmenbedingungen, naturschutzfachlichen Ansprüchen und zeitlicher Fristen so schonend wie möglich durchgeführt.

Daneben sind die Gewässer auch im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) zu entwicklen, die ökologische Qualität zu verbessern und aufzuwerten. Trotz des überwiegend ausgebauten Gewässernetzes in einer landwirtschaftlich stark genutzten Einzugsgebiet gibt es vierlerorts Bereiche, um beispielsweise die ökologische Durchgängigkeit herzustellen oder die Strukturvielfalt für Fische und Wirbellose im Gewässer zu verbessern. Derzeit ist ein einseitiger Anschluss eines Altarmes bei Nordburg an den Hauptlauf der Aller geplant, umd für die Fischpopulation die Erreichbarkeit der Laich- und Rückzugsräume zu verbessern. Weitere Informationen finden Sie unter dem Reiter Projekte.

Gewässerunterhaltung

Während an den Oberläufen von Wiehe und Schwarzwasser eine beobachtende Unterhaltung durchgeführt wird und lediglich punktuell Abflusshindernisse oder Krautstaue entnommen werden, ist an den überwiegend gefällearmen Gewässerstrecken im Allerflachland eine maschinelle Mahd bzw. Krautung notwendig, um den Zustand für den ordnungsgemäßen Wasserabfluss aufrecht zu erhalten. Dies gilt beispielsweise für den Unterlauf des Schwarzwassers und des Müdener Kanals. Diese Verkrautung beeinträchtigt aufgrund fehlender Beschattung und hohem Nährstoffaufkommen im Gewässer die hydraulische Leistungsfähigkeit teilweise im Sommer abschnittsweise so stark, dass es schon bei normaler Niederschlagsverteilung während der Vegetationsperiode zu Rückstau im Gewässer und einer Vernässung der anliegenden Flächen kommen kann.

Insgesamt zeigt dies die Vielfältigkeit aber auch Ansprüche des Gewässersystems der Mittelaller auf. Eine schonende und bedarfsgerechte Gewässerunterhaltung kann neben der Abflusssicherstellung die negativen Folgen für Flora und Fauna minimieren und die Strukturvielfalt im Gewässer erhöhen.

 

Böschungsmahd/Sohlkrautung

Als Mahd wird bei der Gewässerunterhaltung das Mähen der Vegetation außerhalb der Wassersäule bezeichnet. Mit der Böschungsmahd werden die Böschungsbereiche bis zur Böschungsoberkante, teilweise auch darüber hinaus, gemäht, um das Abflussprofil zu vergrößern und so einen hydraulischen Puffer bei erhöhten Abflussmengen zu bekommen. Als Technik werden Mähkorb, Balkenmäher oder Mulcher am Bagger bzw. Schlepper eingesetzt, wobei der Mulcher aus ökologischer Sicht möglichst wenig zum Einsatz kommen sollte.

Insgesamt besteht für den Unterhaltungspflichtigen die Herausforderungen, diese Techniken und Unterhaltungsarten den jeweiligen Anforderungen an den Gewässerabschnitten anzupassen. Die Wasserpflanzen reagieren unterschiedlich auf die Mahd bzw. Krautung, haben unterschiedliche Stauwirkungen, Strömungs- und Lichtansprüche. Ein zeitliches wie räumliches Belassen von Vegetation kann an vielen Stellen ökologisch wie technisch sinnvoll sein. So können Pflanzen in der Wasserwechselzone den sensiblen Böschungsfuß schützen und durch Einengung und Erhöhung der Fließgeschwindigkeit gleichzeitig eine Strömungsrinne bilden, in der das Profil automatisch freigehalten und Sedimente weiter transportiert werden. 

Die Krautung hingegen beschreibt die Mahd unterhalb des Wasserspiegels. Hier kommt überwiegend der Bagger mit Mähkorb zum Einsatz, der die Pflanzen über der Sohle abtrennt, das Mähgut mittels Fangkorb aus dem Gewässer befördert und außerhalb des Gewässerprofils ablegt. Dies ist wichtig, um zusätzliche Nährstoffeinträge in das Gewässer zu verhindern. Neben dem Bagger mit Mähkorb wird auch das Mähboot (Boot mit angebautem Balkenmäher) und an maschinell schwer erreichbaren Abschnitten die Handsense eingesetzt.

Insgesamt besteht für den Unterhaltungspflichtigen die Herausforderungen, diese Techniken und Unterhaltungsarten den jeweiligen Anforderungen an den Gewässerabschnitten anzupassen. Die Wasserpflanzen reagieren unterschiedlich auf die Mahd bzw. Krautung, haben unterschiedliche Stauwirkungen, Strömungs- und Lichtansprüche. Ein zeitliches wie räumliches Belassen von Vegetation kann an vielen Stellen ökologisch wie technisch sinnvoll sein. So können Pflanzen in der Wasserwechselzone den sensiblen Böschungsfuß schützen und durch Einengung und Erhöhung der Fließgeschwindigkeit gleichzeitig eine Strömungsrinne bilden, in der das Profil automatisch freigehalten und Sedimente weiter transportiert werden. 

Viele ausgebaute Gewässer sind meist als Trapezprofil mit einem ausreichend hydraulischen Puffer bemessen worden, in dem eine Reduzierung der Unterhaltungsintensität und ein Belassen von Vegetation möglich ist. 

Dort, wo die Flächennutzung den Gewässerkorridor begrenzt und eine Beschattung durch Gehölze nicht möglich ist, ist in der Regel eine Krautung des Gewässers notwendig. Die so genannte Stromstrichkrautung ist eine Möglichkeit, im vorhandenen Gewässerprofil die Strukturvielfalt zu erhöhen, die sensiblen Böschungsfüße zu sichern und gleichzeitig die Abflussleistung weitgehend beizubehalten. Durch gezielte Krautung wird eine Stromrinne in tiefster Gewässerlinie eingerichtet (z.B. 1/3 der Gewässerbreite). Durch die höhere Fließgeschwindigkeit in der Stromrinne hält sich diese von selbst frei, während im Randbereich Sediment und Pflanzenwuchs den Böschungsfuß schützen. Zudem bildet sich ein Niedrig-Mittelwasserprofil aus, so dass auch bei sommerlichen Niedrigwasserabflüssen die Sedimente weiter transportiert werden. Ökologisch stellen sich turbulente Abflussverhältnisse mit unterschiedlichen Sohlstrukturen ein, zudem das Belassen des Bewuches in der Wasserwechselzone für viele Arten wie z.B. Libellen von besonderer Bedeutung.

Dies ist jedoch so nicht an jedem Gewässer ohne Weiteres möglich. Die jeweilige Abwägung und Beurteilung der Unterhaltungsart und -intenstät liegt in der Verantwortung des Verbandes und bedarf ein hohes Maß an wasserwirtschaftlicher wie naturschutzfahchlicher Erfahrungen. 

Hier ein paar Beispiele zur Krautung am Wienhausener Mühlenkanal und Schwarzwasser:

Anpflanzung und Pflege von Gehölzen

Gewässerbegleitende Gehölze sind ein wichtiger Bestandteil im Fließgewässersystem und haben vielfältige Funktionen. Neben der ökologischen Bedeutung können Gehölze auch im Rahmen der Unterhaltung eine wichtige Rolle einnehmen. Insbesondere ist hier die für die Gewässer der Südheide typische Schwarzerle (Alnus glutinosa) zu nennen. Erlen sind Pionierpflanzen und gehören daneben zu den wenigen Arten, die tief unter dem Wasserspiegel wurzeln können. Ihre Wurzeln bilden sie auch horizontal entlang der Wasserlinie aus und verklammern und stabilisieren so das Ufer. Im Wasser hängende Wurzelfahnen bieten Verstecke und Unterstände für eine Vielzahl von Bachbewohnern. Das Laub der Erle dient vielen Arten wie u.a. dem Bachflohkrebs als Nahrung, der die Blätter in kurzer Zeit zersetzt und wiederum selbst als Nahrung für Fische und andere Tiere dient. Daneben sorgt die Erle für eine Beschattung des Gewässers, so dass Krautwuchs reduziert und dadurch der Räumaufwand verringert wird.

Erfahrungswerte zeigen, das die Selbstausbreitung oder Umpflanzung von ortsnahem Wildaufwuchs gegenüber einer Pflanzung mit Material aus Baumschulen zu bevorzugen ist, da diese robuster und weniger anfällig für Krankheiten und Pilze wie dem Phytophthora sind, der für das so genannte "Erlensterben" verantwortlich ist.

Laut dem Nds. Wassergesetz bzw. den Unterhaltungsverordnungen der Landkreise haben die hiesigen Unterhaltungsverbände das Recht, die Ufer der zu unterhaltenden Gewässer mit standortgerechten Gehölzen zu bepflanzen. Dies wird jedoch nur in Abstimmung und Zusammenspiel mit den Anliegern durchgeführt. Sollten Sie Anlieger oder Eigentümer einer Fläche an den Fließgewässern in unserem Zuständigkeistbereich sein, sprechen Sie uns gern an.

Betrieb und Unterhaltung von Anlagen

Neben den Unterhaltungs- und Pflegearbeiten an den Gewässern und seiner Ufer ist der UV Mittelaller auch für die Unterhaltung und den Betrieb der Anlagen zuständig, die der Abführung des Wassers dienen. Dies trifft zum Beispiel auf das Wehr im Osterbruchkanal in Oppershausen zu. Verbandsseitig wurde es 2015 instandgesetzt und bekam eine neue Schütztafel. Das unterschlächtige Wehr dient der Steuerung der Zulaufmenge von Allerwasser in den Osterbruch.

Gewässerschau

Als Unterhaltungspflichtiger der Gewässer II. Ordnung führt der Verband jedes Jahr im späten Herbst eine Gewässerschau durch. Die S chauergebnisse werden im Anschluss gemeinsam besprochen und bewertet, bei Bedarf werden Abflusshindernisse beseitigt bzw. entsprechende Arbeiten durch UV Mittelaller veranlasst. Die Gewässerschau bietet somit auch ein Forum zum Austausch von örtlichem wie fachübergreifendem Wissen und zur Sensibilisierung für naturschutzfachliche Themen.

 

Hinweise und Pflichten für Anlieger und Hinterlieger

Neben den Rechten der Gewässeranlieger beispielsweise auf eine funktionierende Vorflut und einen ordnungsgemäßen Abfluss haben Anlieger auch gewisse Pflichten zu erfüllen, damit der Verband dem Unterhaltungsauftrag gerecht werden und seine Arbeiten am Gewässernetz auch durchführen kann.

So haben Anlieger und Hinterlieger die Befahrung der Gewässerränder in einem 5,00 m breiten Streifen entlang der oberen Böschungskante mit Räumgeräten zu dulden und die Befahrbarkeit zu gewährleisten. Bei bestellten Ackerflächen besteht zur Herstellung des ordnungsgemäßen Abflusses ebenso wie bei Grünland die Notwendigkeit, den Räumstreifen zu befahren. Wird zum Zeitpunkt der Krautung ein Räumstreifen freigehalten, so können Ertragseinbußen minimiert werden. Ist dies nicht der Fall, müssen allerdings die An- und Hinterlieger gemäß § 77 Abs. 1 NWG, die durch die ordnungsgemäße Unterhaltung entstehenden Mindererträge im Laufe einer Vegetationsperiode ohne Entschädigung dulden. Ebenso ist das Einebnen des Aushubes auf ihren Grundstücken dulden, wenn es die bisherige Nutzung nicht dauernd beeinträchtigt. Hier sind die für uns tätigen Unternehmer angehalten, bei Grünland den Aushub im Längsschwad abzulegen, um die Aufnahme zu erleichtern. Bei Ackerflächen wird der Aushub quer im Räumstreifen abgelegt, so dass es untergepflügt werden kann. Sofern möglich wird bei bestellten Flächen versucht, das Räumgut vor die Frucht abzulegen.

Blühstreifen im Zuge von Agrarumweltmaßnahmen (AUM, NAU, Greening, Blühstreifenprogramm) an gewässerseitigen Ackerrändern/im Bereich des Räumstreifens sind nur dann möglich, wenn der Unterhaltungspflichtige dem vorher ausdrücklich zugestimmt hat. Im anderen Fall erfolgt bei im Jahresgang eintretendem Bedarf eine Befahrung des Blühstreifens und so ggf. Mindererträge für den Anlieger.

Wird die gewässeranliegende Fläche als Viehweide genutzt, sind ebenfalls einige Punkte zu beachten. Als Viehweide genutzte Gewässergrundstücke sind beim Weidegang entlang des Ufers grundsätzlich mit einem kehrenden und zuverlässigen Zaun zu versehen. Der Zaun ist in einem Abstand von mindestens 1,00 m von der oberen Böschungskante zu setzen. Der Uferzaun darf nicht höher als 1,00 m sein. Bei befahrbarem Gewässerrand sind Querzäune beidseitig und 1,00 m von der oberen Böschungskante ansetzend mit mindestens 4 m breiten und einfach zu öffnenden Durchfahrten zu versehen. Die Durchfahrten sind im o.g. Zeitraum unverschlossen zu halten. Es wird darauf hingewiesen, dass Schäden, die durch Nichtvorhandensein von Durchfahrten in den Querzäunen oder die an oder durch nicht erkennbare Hindernisse entstehen, durch den Anlieger zu verantworten sind. Daneben sind offene Viehtränken innerhalb des Abflussquerschnittes nicht gestattet und müssen entfernt werden. Für die Viehtränkung sind Weidepumpen einzusetzen.

Abschließend wird auf die Abstandsregelung bei bewirtschafteten Flächen hingewiesen. Ackergrundstücke dürfen nur mit einem Abstand von mindestens 1 m bis zur Böschungsoberkante beackert werden. Die Böschungsoberkante beschreibt den Punkt, an dem das an das Gewässer grenzende Gelände beginnt. Es entspricht dem höchsten Punkt des Ufers, ist aber nicht immer zentimetergenau zu bestimmen. Im Zweifelsfall stimmen Sie sich bitte mit uns ab. Vor Ort wird jährlich immer wieder festgestellt, dass diese Vorschrift missachtet und teils bis in die Böschungen hinein bewirtschaftet wird.
Im Beispielbild wird der Sachverhalt dargestellt.

Rechtliche Anforderungen an die Gewässerunterhaltung

EG-WRRL

Zur Vereinfachung der europäischen Wasserpolitik und Vereinheitlichung von verschiedensten sektoralen Richtlinien zum Gewässerschutz ist am 22. Dezember 2000 die EG-Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG (WRRL) in Kraft getreten. Sie bildet die gemeinschaftliche Grundlage für das wasserwirtschaftliche Handeln in Europa. Im Wesentlichen beinhaltet die Richtlinie zwei Zielstellungen: Zum einen die Abschaffung sektoraler Richtlinien und damit Schaffung eines einheitlichen Ordnungsrahmens sowie die Bündelung des wasserwirtschaftlichen Handelns in Maßnahmenprogrammen bzw. Bewirtschaftungsplänen.

Zum anderen die Erreichung eines guten ökologischen und chemischen Gewässerzustandes, bzw. guten ökologischen Potentials, in allen europäischen Gewässern, inkl. Fließgewässern und Grundwasser bis 2021 bzw spätestens bis 2027.

Für eine effiziente und zielorientierte Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung einer positiven ökologischen und chemischen Entwicklung der niedersächsischen Fließgewässer, wurden vorrangig zu bearbeitende Fließgewässer ausgewählt.An den so genannten prioritären Gewässern sollen WRRL-Aktivitäten und Ressourcen gezielt konzentriert und Maßnahmen mit hoher Priorität umgesetzt werden.

 

WHG / NWG / Gewässerunterhaltungsverordnungen der Landkreise

Die Anforderungen der WRRL wurden in die vorhandenen nationalen Gesetze übernommen. Für die niedersächsischen Unterhaltungsverbände sind vor allem das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und das Niedersächsische Wassergesetz (NWG) maßgeblich. Hier finden sich auch die öffentlich-rechtlichen Vorgaben zu den Aufgaben des Gewässer- und Landschaftspflegeverbandes.

Gemäß § 61 NWG und § 39 WHG bestehen diese darin, den ordnungsgemäßen Wasserabfluss zu sichern und gleichzeitig die naturschutzfachliche Pflege und Entwicklung der Gewässer voranzutreiben.

Darauf aufbauend formulieren die Unterhaltungsverordnungen der Landkreise Celle, Gifhorn und Heidekreis die Aufgaben der Unterhaltungspflichtigen sowie die Rechte und Pflichten der Anlieger und Hinterlieger.

 

Bundesnaturschutzgesetz

Das Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz, BNatSchG) bildet den Rahmen der nationalen Umweltgesetzgebung. Ziel des Gesetzes ist u. A. die dauerhafte Sicherung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes (§ 1 Abs. 3 BNatSchG). Für uns gilt besonders „Meeres- und Binnengewässer vor Beeinträchtigungen zu bewahren und ihre natürliche Selbstreinigungsfähigkeit und Dynamik zu erhalten; dies gilt insbesondere für natürliche und naturnahe Gewässer einschließlich ihrer Ufer, Auen und sonstigen Rückhalteflächen; […] für einen ausgeglichenen Niederschlags-Abflusshaushalt ist auch durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege Sorge zu tragen“ (§ 1 Abs. 3 Nr. 3 BNatSchG).

 

Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-RL)

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) ist eine Naturschutz-Richtlinie der EU. Sie hat zum Ziel wildlebende Arten deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume zu sichern und zu schützen.

 

Allgemeiner und besonderer Artenschutz

Gemäß § 1 Abs. 3 Nr. 5 BNatSchG sind „wild lebende Tiere und Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften sowie ihre Biotope und Lebensstätten auch im Hinblick auf ihre jeweiligen Funktionen im Naturhaushalt zu erhalten“ (allgemeiner Artenschutz). Weiterhin gilt § 44 BNatSchG mit strengeren Vorgaben und Verboten für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten (besonderer Artenschutz).

Bis zum 31.07.2017 galt die Niedersächsische Verordnung über die allgemeine Zulassung von Ausnahmen von artenschutzrechtlichen Verboten bei Unterhaltungsmaßnahmen (NArtAusnVO). Demnach konnten Unterhaltungsmaßnahmen ohne besondere Prüfung von Artenschutzbelangen durchgeführt werden. Nun müssen sich die Unterhaltungspflichtigen darüber informieren, ob besonders oder streng geschützte Arten in den zu pflegenden Gewässerabschnitten vorkommen. Ist dies der Fall, sind die Arbeiten so anzupassen, dass die anzutreffende Art nicht beeinträchtigt wird. Dies ist eng mit den zuständigen Behörden abzustimmen und der Abwägungsprozess ist ausführlich zu dokumentieren.

Quellen:

MU 2014: Die EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL), zuletzt aufgerufen am 17.02.2020

NLWKN o. J.: Anforderungen aus der WRRL für Fließgewässer und Seen, zuletzt aufgerufen am 17.02.2020

MU o. J.: Umweltkarten Niedersachsen, zuletzt aufgerufen am 17.02.2020

NLWKN (Hrsg.) 2008: Leitfaden Maßnahmenplanung Oberflächengewässer, Teil A Fließgewässer-Hydromorphologie. 1. Auflage, 161 S.